Seba Kayan – carpet concert

Doppelkonzert – mit Aïta Mon Amour

Foto: © Magdalena Fischer
DATUM & UHRZEIT

Donnerstag, 18.04.2024 — 20.30 Uhr


ORT

Flex
Augartenbrücke 1, 1010 Wien
flex.at


TICKETS

VVK € 24 / AK € 28 / Unter 30 € 19
Tickets über ntry

Seba Kayan ist DJ und Künstlerin aus Wien. In ihrem musikalischen Spektrum trifft Techno auf anatolische Klänge. Sie versucht dabei nicht, eine binäre Vision zwischen einer sogenannten „abendländischen“ und „orientalischen“ Welt zu schaffen, sondern beide Kulturen zu verkörpern, miteinander zu verstricken und somit eine Verbindung zur eigenen Identität herzustellen.

In ihrer Musikreihe Carpet Concert verknüpft sie gemeinsam mit live Musiker*innen verschiedene Muster, Formen und Ansätze zu einem experimentellen Teppich. Für diese Edition hat Seba Kayan die Musiker Ghassan Abu Haltam und Karrar Alsaadi eingeladen. Neben vielen anderen Genres fließt auch die historische, mündlich überlieferte kurdische Tradition Dengbêj in ihre Performance ein. Geprägt von den Dengbêj-Gesängen ihrer Großmutter Gare, die diese hoch angesehene musikalische Form des Geschichtenerzählens und Oral History an sie weitergegeben hat, integriert Seba Kayan diese in ihre Live Sets als eine hybride Form des Storytellings. Die Mission ist einfach: Es geht darum, ein verzerrtes und stereotypisches Bild des sogenannten „Orients“ hervorzuheben und eine neue Erzählung jenseits der Wahrnehmungen populärer eindimensionaler orientalistischer Ideen zu feiern.

Ghassan Abu Haltam, ein palästinensischer Klarinettist, ist für seine Verschmelzung von Einflüssen aus dem Nahen Osten, der Roma Musik und der Folklore des Balkans bekannt. Für Ghassan ist Musik nicht nur eine Kunstfertigkeit, sondern eine Sprache der tiefen Gefühle. Heute lebt er in Wien und arbeitet weiter an Innovationen, indem er seine kulturellen Wurzeln mit zeitgenössischen Klängen verbindet. Ghassan möchte mit seiner Musik Brücken des Verständnisses und der Wertschätzung über Grenzen hinweg bauen und mit jeder Note Geschichten von Leidenschaft, Verlust, Hoffnung und Widerstandskraft erzählen.

Der aus Bagdad stammende Wiener Musiker Karrar Alsaadi mischt Jazz mit irakischen Melodien und strebt in seiner Musik eine visionäre Fusion an. Seine tiefe Leidenschaft für Musik stammt aus dem Irak der 1990er Jahre und hat seinen unverwechselbaren Stil beeinflusst. Er arbeitete mit Jonny Greenwood von Radiohead und Dudu Tassa an dem gefeierten Album „Jarak Qaribak“ zusammen und war der erste irakische Komponist, der für sein Stück „Kalishnikov Mon Amour“ für den Nation Stellar Award nominiert wurde. Bei seinen Auftritten verbindet Karrar sein Erbe mit modernen Klängen und bewahrt durch die Musik, was der Krieg zerstört hat.

Seba Kayan – Live Electronics, Live Set
Ghassan Abu HaltamKlarinette
Karrar Alsaadi – Gesang

An diesem Abend teilen sich Seba Kayan und Aïta Mon Amour die Bühne. Das Weiterführen ihrer Traditionen in einem zeitgenössischen Kontext ist beiden ein tiefes Bedürfnis und ihre progressiven Ansätze sind eine würdige Fortführung.  

Artist statement:
“My practice is a forensic exploration into music archives and their emancipatory potential: an artistic and political quest to restore and reconfigure fragmented identities. From the samples and intuitions, I craft diasporic landscapes of cross-cultural histories, using sound as a critical tool to restore the stolen memories and imagine collective futures. The sonic tapestries influenced by my own Kurdish heritage wave together archival stories and hybrid genres of Orientalfuturistic Electro, Techno and Acid. By questioning the eurocentric framework of electronic music and the boundaries that divide the Western from the “Oriental”, I explore the politics of listening through diasporic identities and their polyphonic histories.”
Seba Kayan

www.sebakayan.com
Instagram